Propeller abformen mit Epoxidharz
Zur Veranschaulichung des Formenbaus mit Epoxidharzen habe ich einen vorhandenen Propeller abgeformt. Für diesen Formenbau sind einige Hilfsmittel erforderlich, die für eine Gute Qualität notwendig sind.
- Knetmasse
- Formenharz
- Epoxidharz
- Grundierwachs
- Folientrennmittel PVA
- Glasgewebe
- Sand
- Passstifte
- Beschichtete Spanplatte oder Ähnliches
Das sorgfälltig gewählte Original wird im ersten Schritt gereinigt, eventuelle Grate und Unebenheiten verschliffen. Eine gute Vorbereitung spart spätere Probleme.
Als nächstes wird der Propeller geeignet auf der Spanplatte befestigt. Dafür benötigt man eine Welle mit dem Durchmesser der Propellerbohrung (am besten poliert). In die Spanplatte wird ein Loch für die Welle gebohrt (im rechten Winkel!) und darauf der Propeller mit Welle gesteckt.
Nun wird der Propeller mit Knetmasse oder ähnlichem unterfüttert. Dabei muß man darauf achten, dass man die Blattspitzen nicht nach unten oder oben biegt. Speziell in der Mitte muss man auf eine sauber verlaufende Trennlinie achten, damit sich später die zweiteilige Form auch wieder öffnen läßt.
Alle Flächen zum Montagebrett müssen in einen ca. 10-20 Grad Winkel ausgeführt sein - eben auch wegen der Entformbarkeit später.
Nach etwas geduliger Arbeit (pfriemelei...) gilt es, dass Meisterwerk mit Trennwachs mehrfach zu behandeln. Aufpassen, das Lösungsmittel im Trennwachs kann eventuell auch die Modelliermasse anlösen - also nur vorsichtig auftragen. Sobald hiervon 3-4 Schichten aufgetragen sind, gut trocknen lassen und anschließend mit dem Folientrennmittel PVA (R & G Produkt) behandeln (wirklich praktisches Zeug).
Wenn das alles gut getrocknet ist, gehts an den Formenbau. Im ersten Schritt wird unser Meisterwerk mit Formenharz behandelt. Dabei habe ich ca. 40g Harzgemisch für meinen 16x8 Propeller benötigt. Hier gilt die alte Harzweisheit: Lieber 10g wegwerfen, also 40g am Modell verhaut weils zu wenig Masse war. Man kann sich ja den ersten Versuch aufschreiben, dann hat man für weitere immer einen Richtwert. Das Formharz wird vorsichtig mit einem Pinsel auf der Modell verstrichen, hier reicht eine dünne Schicht.
Sobald die Formharzschicht (Das Formharz hat andere Eigenschaften als klassisches Harz, es ist elastisch und Polierbar und zeigt eine höhere Kantenstabilität, deswegen ist es normalem Harz unbedingt vorzuziehen) geliert (Eindickung feststellbar, aber noch klebrig) - am besten im Rührbecher oder am Rand unserer Form prüfen - wird normales Laminierharz mit Baumwollflocken verdickt und auf das Formharz gestrichen. Ziel hierbei ist es, alle scharfen Ecken zu Runden damit beim legen der Gewebestücke keine Lufteinschlüsse entstehen.
Auf die Baumwollschicht wird nun mit Glasgewebe weiter aufgebaut, ich habe ca. 3 Schichten - 1x85g/m² und 2x160g/m² verwendet. Zu guter letzt habe ich mir noch feinen Sand (z.B. Filtersand) mit Epoxidharz angerührt und die Form damit aufgefüllt - und eine weitere Lage Glasmatte am Schluss zur Festigkeitserhöhung. So erhält man eine schön massive Form, die auch vor Schraubzwingen später keine Angst hat.
Nun läßt man das ganze mindestens 24h aushärten - oder im Backrphr bei angenehmen 50°C auch mal nur 3h - webei lieber 4h wir wollen ja unser Werk nicht gleich zerstören.
Nach dem Aushärten / Auskühlen zeigt sich dann schnell, ob wir ganz am Anfang ordentlich gearbeitet haben. Wenn ja, geht die erste Formhälfte relativ leicht - ein bisschen Kraft benötigt man schon - ein breites Stemmeisen bietet sich gut zum lösen an, da es durch die feine Klinge nicht gleich unschöne Marken in der Form hinterläßt. Immer schon Rundherum arbeiten, dann gehts ganz leicht.
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(c) Schoeppl.info - Last modified: 16.05.2009
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