Graupner IFS 2,4 GHz System


Vor ein paar Tagen veröffentlichte Graupner erstmals ein PDF Dokument zum neuen 2,4GHz System.

Bis jetzt hatte Graupner die Spektrum RC Produkte im Programm, DX2, DX3 und DX6. Lange angekündigt war die DX7.

Graupner hat allem Anschein nach parallel oder in zusammenarbeit an einem eigenen 2,4GHz System gearbeitet haben. Das Ergebnis nennt sich nun Graupner IFS - Intelligent Frequency Select.

Die versprochenen Features zusammengefaßt:

  • Echte, bidirektionale Kommunikation. Empfangene Daten werden vom Empfänger bestätigt
  • Der Empfänger initiert bei Störungen den Frequenzsprung - wie das Verfahren genau funktioniert, wird nicht erklärt
  • Empfänger werden mit 6, 8 und 10 Kanälen verfügbar sein, 12 bzw. 16 Kanäle sind in Vorbereitung
  • Failsafe auf allen Kanälen sowie freie Kanalzuweisung (wobei das in meinen Augen ein Senderfeature ist
  • Ausgangsleistung je nach nationalen Vorschriften zw. 10mW bis zu 100mW einstellbar
  • Geringe Stromaufnahme - bei max. Leistung ca. 90mA
  • 16 Bit Auflösung - theoretisch 65.536 Stufen - wird momentan allerdings kaum Spürbar sein, schließlich müßten das ja bereits die Analog - Digitalkonverter im Sender können.
  • ausreichend Bandbreite für Video und Audioübertragung
  • Speziell kugelförmig abstrahlende Antennen

In Vorbereitung:

  • Telemetriesystem (max. 256 Sensoren) werde wohl einen eigenen Artikel schreiben, wenn es verfügbar ist
  • 12 und 16 Kanalempfänger

 

Die Sendermodule sind mit den alten Sendern kompatibel. Das ist natürlich nett, allerdings können manche Vorteile nicht voll ausgespielt werden. Zum Beispiel die Signallaufzeit im Sender - was hier an Zeit verlorengeht, kann das Sendemodul nicht mehr aufholen. Oder die höhere Genauigkeit. Wenn der alte Sender "nur" mit 1024/2048 Stufen analog daherkommt, kann das Sendemodul auch keine 65536 Stufen daraus machen.

Das Signal kommt daher auch wieder analog in das Sendermodul - muß dort also wieder umgewandelt werden um es anschließend zu übertragen. Ich denke aber, dass Graupner auch eine digitale Schnittstelle zum Sendermodul vorgesehen hat, damit zukünftige Sender die volle Leistung herausholen können.

Visionen von mir:

Eine volldigitale Lösung bis zum Servo wäre der nächste logische Schritt.
Die Steuerbewegungen werden 1x im Sender Digitalisiert, digital verarbeitet, digital an das HF Modul übergeben, im Empfänger dekodiert, digital an den Servo übertragen (eventuell mit eigener Zuleitung für die Stromversorgung) und geschirmter Datenzuleitung - und Datenrückleitung. Dadurch könnte der Servo auch eventuelle Probleme wie Blockierungen bzw. Lastgrenzen, Unterspannung bei Last etc. rückmelden. Lassen wir uns überraschen, was aus dieser Technik noch wird.

Was in meinen Augen momentan fehlt ist eine klare Liste für 2,4GHz Systeme, was wo momentan erlaubt ist, bzw. voraussichtlich erlaubt sein wird. Das Internet ist momentan voller Gerüchte - eine klare, verläßliche Aussage scheint momentan offensichtlich nicht zu existieren.



(c) Schoeppl.info - Last modified: 18.07.2007