Nachdem ich ein großer Fan des Intelli V3 war, kam das Intelli Speed zu meiner Sammlung dazu – allerdings hat mich diese Version nicht sonderlich überzeugt. Nun wollte ich dem neuesten Spross aus dem Hause Simprop eine Chance geben – dem Simprop Intelli BiPower special.
Was unterscheidet des Simprop Intelli BiPower spezial vom alten BiPower? Das wesentlichste Merkmal ist der integrierte Balancer für Lipo Akkus sowie eine serielle Schnittstelle zur Datenübertragung an den PC – dazu später noch mehr.
Wie der Name schon sagt, kann das Simprop Intelli BiPower special sowohl am Netz (220/240V) betrieben werden als auch mit 12 V einer Autobatterie über zwei Klemmen. Für den 220V Betrieb ist einfach ein Schaltnetzteil mit 12 V 5 A Ausgangsleistung in das Gerät integriert.
Unterstütze Akkutypen und Lade/Entladeleistungen
Laden kann man damit alle gängigen Akkus von NiCd, NiMh (1-14 Zellen), Pb (1-6 Zellen) sowie Li-Ion, Li-Po und Li-Fe (1-6 Zellen). Dazu steht nun auch der integrierte Balancer zur Verfügung, dessen Einzelspannungen man jetzt auch direkt im Display anzeigen lassen kann.
Damit sind wir auch gleich bei den Grenzen des Simprop Intelli Bipower special – eine maximale Ladeleistung von 50 W ist vorgesehen – da geht sich der maximale Ladestrom von 6 A gerade mal bei 7,2 V Packs aus. Bei 3 s Lipos ist dieser Strom schon nicht mehr erreichbar (setzt aber auch Lipos mit hohen Amperestundenzahlen voraus). Beim Entladen ist man sogar auf 5 W Entladeleistung begrenzt – der angegebene maximale Entladestrom von 1 A ist daher nur bei 5 V Akkuspannung zu erreichen – ein 7,2 V Pack kann man maximal bei 0,7 A entladen – dass kann bei den heutigen Zellen schon ein paar Stunden in Anspruch nehmen – was besonders beim Zyklenladen ein langwieriger Prozess werden kann.
In der aktuellen Version kann man nun, im Gegensatz zu meinem alten Intelli Speed, die Delta – Peak Spannung einstellen – dadurch wird das laden von NiMh Packs einfacher – beim Speed ist es mir fast nie gelungen, einen NiMh Pack perfekt zu laden. Hier zeigt wesentlich bessere Software des Intelli V3 Ihre Stärke.
Serielle Schnittstelle
Ein kleiner Leckerbissen für Technikverliebte wie mich ist die serielle Schnittstelle – wenn es auch hier noch ein paar Punkte zur Verbesserung gäbe. Die Schnittstelle wird in TTL Pegeln auf eine 3 polige Stiftleiste geführt. Für den Anschluss an den PC ist daher ein extra erhältlicher Pegelkonverter erhältlich. Für einen geübten Elektroniker ist er aber auch leicht selbst herzustellen – eine entsprechende Dokumentation werde ich noch veröffentlichen.
Das Protokoll ist relativ einfach, allerdings konnte ich noch nicht herausfinden, wie die Prüfsumme berechnet wird – aber was nicht ist, kann noch werden. Die Software, die man sich auf der Simprop Seite herunterladen kann, ist relativ einfach, erfüllt aber erstmal alle grundlegenden Funktionen. Im Sekundentakt werden die Daten vom Ladegerät an den PC übermittelt und in dynamisch mitwachsenden Diagrammen dargestellt – alle interessanten Werte sieht man auf einen Blick – allerdings gibt es keine Datenbankfunktion zu den Akkus und auch das Setup der Ladeparameter ist über die Software momentan nicht möglich. Allerdings, nach Kontrolle der Platine habe ich gesehen, dass die serielle Schnittstelle bidirektional bis zum Mikroprozessor geführt ist – die Möglichkeit wäre also prinzipiell gegeben – was auch ein Softwareupdate der Ladegerätsoftware ermöglichen würde – sofern ein entsprechender Bootloader implementiert ist … Ich schweife ab – zurück zum Thema.
Fazit
Das Simprop Intelli BiPower spezial habe ich bis auf eine Schwäche bei den NiMh Akkus (es ist hier einfach mehr Erfahrung und Übung nötig, da bei falschen Parameterkombinationen zw. Ladestrom und Delta Peak Schwellen Überladungen bzw. vorzeitige Abschaltungen möglich sind) gleich ins Herz geschlossen. Mit den möglichen Versorgungsspannungen von 220 V / 12 V sowie dem integrierten Balancer ist er ein brauchbarer Lader. Das blau hinterleuchtete Display gibt dem BiPower Special einen professionellen Touch.