Wer seine Batterien liebt, der pflegt Sie auch – zumindest unter den Profis ist das durchaus kein Geheimnis. Am ehesten kennt man noch die Balancerschaltungen für Lipo Akkus – deren Ziel ist ganz klar, beim Laden alle Akkus gleichzuziehen, um das Überladen von Einzelzellen zu verhindern – was bei Lipos problematisch ist, da eine Ladung über die Ladeschlussspannung zwangsweise zur Beschädigung der Zelle führt. Die Zelle wird zwar in den seltensten Fällen explodieren (außer man wendet rohe Gewalt an) aber besser wird sie auf keinen Fall.
Ähnliches gilt auch für NiMh Zellen. Zum einen dürfen Sie nicht zu tief entladen werden, da dadurch die Zelle beschädigt wird – zum anderen sollten die Zellen mit den heutzutage hohen Ladeströmen auch nicht überladen werden. Wie kann es dazu überhaupt kommen?
Moderne NiMh Zellen werden zwar in hoher Qualität erzeugt und bei sehr guten Zellen gematcht (also möglichst ähnliche Zellen zusammengefasst) aber kleine Unterschiede lassen sich kaum verhindern.
Eine schwache Zelle ist im Pack
Der Akku ist voll, man fährt den Akku leer – bis die Leistung spürbar nachlässt. Jetzt ist es an der Zeit aufzuhören, den die schwache Zelle ist bereits am Ende Ihrer Kräfte. Die anderen würden zwar noch etwas länger durchhalten, doch die schwache Zelle würde tiefer entladen, als Ihr lieb ist. Wenn man nun alle 6 Zellen miteinander am Ladegerät entlädt – bis min. 5,4 V dann kann es sein, das 5 Zellen noch 1 V haben, die eine Schwache jedoch bei 0,4 V liegt – also deutlich im schädlichen Bereich (mittlerweile empfiehlt LRP Electronic in der Anleitung zum Battery Conditioner 2 0,9 V - 1 V).
Wenn man nun das Pack wieder lädt, dann werden 5 Zellen ähnlich schnell voll sein, die Schwache jedoch nicht. Der Delta Peak der 5 Zellen wird jedoch ausreichen, dass die Ladung als abgeschlossen erkannt wird. Nun entlädt man das Pack wieder im Auto – die schwache Zelle wurde nicht vollgeladen, ist also noch früher fertig.
Wie löst man dieses Problem?
Bei Stickpacks ist es nicht direkt zu lösen, schließlich kann man dort nicht jede Zelle einzeln entladen. Zwar gibt es auch für Stickpacks Entladegeräte – das Problem der einzelnen Zelle bleibt jedoch erhalten.
Bei Stickpacks ist es in meinen Augen sinnvoller, das ganze Pack mit niedrigem Strom auf Kapazität zu laden. Das verschmerzen die vollen Zellen, indem sie die überflüssige Ladung in Wärme umsetzen, (wie gesagt, bei kleinem Ladestrom) und die schwache Zelle bekommt die Gelegenheit, auch wieder ganz voll zu werden.
Bei quer gelöteten Packs kann man sich diesen Aufwand sparen, in dem man den LRP Battery Conditioner 2 benutzt. Im Gegensatz zum alten Battery Conditioner ist der Neue nicht mehr nur passiv, sondern hat einen Mikrocontroller dabei. Dadurch benötigt man auch eine 12-V-Spannungsquelle zur Versorgung des Conditioners. Nachdem man die gewünschte Entladespannung eingestellt hat (NiMh 0,9V – 1V) muss man nur mehr das Akkupack polrichtig einlegen und den Startknopf drücken. Die Leds zeigen blinkend an, dass entladen wird, sobald die Schlussspannung erreicht ist, wird die Zelle abgeschalten. Die eingestellte Schlussspannung wird meiner Messung nach sehr genau eingehalten. Sobald alle Zellen entladen sind, schaltet sich die Entladung ab.